History

20 Jahre Jugendclub Friedberg e.V.

Eine Gruppe ehemaliger Friedberger Hauptschüler kam 1980 auf die Idee, einen Verein der Ehemaligen zu gründen. Hauptaufgaben des Vereins sollten zum einen die Kommunikation zwischen Schülern und Ehemaligen sein, zum anderen sollte der Verein die Schülerzeitung "Paper" um eine Ehemaligenseite erweitern. Die Organisation kultureller Veranstaltungen für Friedbergs Jugendliche, an denen es schwer mangelte, war der Aufgabenbereich, dem später das Satzungsziel des heutigen Jugendclubs zu Grunde liegen sollte.

Bereits im Februar 1980 veranstaltete die Gruppe um Jürgen Koppold und Konrektor Berthold Schwager ihre erste Disco in der kleinen Hauptschulturnhalle. Mit "viel Hardrock" und einem Musikquiz heizte DJ Werner Lengenfelder damals den Jugendlichen ein. Die Gruppe organisierte Jazzmessen, Theater- und Konzertfahrten und bekam von Bürgermeister Albert Kling bald die Zusage für einen eigenen Raum.

 

 

 


Am 9. April 1980 wurde der Jugendclub Friedberg im Bauernbräukeller gegründet, 43 Jugendliche traten auf Anhieb dem neuen Club bei, und Maschinenschlosser Max Walter wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Drei Monate später wurde der "Jugendclub Friedberg" offiziell in das Vereinsregister des Landkreises eingetragen.

 

 

Das Highlight des frischgebackenen e.V. war wohl das Open-Air am Friedberger Baggersee. Über 1200 Besucher wurden trotz schlechten Wetters von Bands wie "Pyjama" und "Trampelstelz" angelockt.

Ende des Jahres wurde der Büroraum im ersten Stock am Eisenberg 1 eingeweiht. Sinn und Zweck des Jugendclub wurden damals auf die Pflege der Jugendarbeit durch Veranstaltungen verschiedener Art und die Unterstützung sozialer Einrichtungen, sowie eine Bereicherung des Friedberger Kulturprogrammes, das bisher auf die Erwachsenenwelt zugeschnitten war, durch Aktionen des Vereins festgelegt. 1981 beteiligte sich der Jugenclub massiv an den Diskussionen um ein Jugendzentrum. "Stadtrat und Verwaltung raus, das Rathaus wird ein Jugendhaus!", stand sogar auf dem Wagen des Vereins am Friedberger Faschingsumzug. "Wir wollen kein Knutschhaus, keinen Discoschuppen und keine Haschbude. Und mehr als eine billige Teestube stelle ich mir unter einem Jugendzentrum auch vor", erklärte Pressevertreter Jürgen Koppold damals.

1984 konnte der Verein die Früchte seiner "Werbegruppe" ernten, ein neues Transparent und Sweatshirts mit der "JC-Schnecke" waren das Ergebnis. Auf seinem Segelschiff, mit dem der Verein 1985 am Faschingsumzug in See stach versprach der Jugendclub weiterhin Engagement: "Auch eine Flaute kann uns nicht bremsen", stand auf dem Rumpf des Schiffes geschrieben.

1987 war erstmals auch in der Presse von personellen Engpässen des Vereins zu lesen, die Überalterung der Mitglieder machte dem Jugendclub zu schaffen. Kurz vor dem "Aus" stand der Jugendclub wegen Nachwuchsmangels 1988, die offene Jugendarbeit bekam aber auch in diesem Jahr nichts davon zu spüren. 1990 veranstaltete der Jugendclub mit Erfolg das mittlerweile fest etablierte "Neugier-war-der-Anfang-Konzert", das Nachwuchsbands die Chance geben soll, einmal vor größerem Publikum auftreten zukönnen. 

Tatsächlich überwunden schien die Durststrecke des Jugendclub nach Nachwuchs 1992. Endlich konnte frisches Blut in den Vorstand gewählt werden, und 1993 hatte der Jugendclub mit Marc Theilacker einen Neuling zum Vorsitzenden.


"Gezogen" und eingewiesen wurden die Nesthäckchen auf der Hüttenfahrt, dem Zeltlager und einer Radltour des Vereins. Aber auch die Organisation der Veranstaltungen lag bald in Händen des Nachwuchses. Der Jugendclub glänzte mit seinem Jazzkonzert, zu dem er die "Vetenery Street Jazz Band" geladen hatte und war 1994 nach langer Pause als Flugzeug mal wieder auf dem Faschingsumzug repräsentiert. Mit dem Slogan "Wer fliegt kann nicht stolpern" tat der Verein seinen Erfolgskurs der Stadt kund. "Neugier war der Anfang", das jährliche Jazzkonzert, Disco, Filme, Zeltlager und Hüttenfahrten schüttelte der Nachwuchs aus dem Ärmel und setzte dem Programm mit seinem abendlichen Kneipenbetrieb am Eisenberg noch eins drauf. 

Genug war das den Jugendlichen noch nicht, mit Vorsitzendem Christian Hintermair hielten auch neue Veranstaltungen Einzug. Erstmals veranstaltete der Friedberger Jugendclub 1995 ein Open-Air am Derchinger Baggersee, das "Rocktail", in Anlehnung an das Open-Air der Gründungsmitglieder 15 Jahre zuvor. Der Rock-Cocktail war ein Erfolg und ist mittlerweile fest in das Jahresprogramm mit aufgenommen.

 

Trotz massiven Nachwuchsmangels, der auch die "neue Generation" nicht verschonte, schaffte der Jugendclub mit seiner Tiefgaragen-Party in der Friedberger Innenstadt 1997 noch einen weiteren Programmpunkt. Zwar wurden die schlecht besuchten Filmveranstaltungen über kurz oder lang gestrichen, und auch die früher so gut besuchte Hauptschuldisco musste aus dem Programm genommen werden. Aber die JC'ler setzten jetzt erfolgreich auf die größeren Veranstaltungen, die ein breiteres Publikum ansprachen.

In Friedberg gibt es seit diesem Jahr tatsächlich ein Jugendzentrum, das eine breite Masse Jugendlicher anspricht, die der Jugendclub nur mit den wenigsten Veranstaltungen erreichen konnte. Neben dem Tandem, dem Kult-Tour in Ottmaring, dem Jugendzentrum und den verschiedenen Vereinen ist der Jugendclub Bestandteil einer akzeptablen, wenn auch noch nicht fertigen Struktur offener Jugendarbeit.
Auch im 20. Jahr seines Bestehens hält der Verein an seinem Ursprung fest: der Verbesserung des Jugendkulturprogramms in Friedberg. Mit dem "Rocktail", der Tiefgaragenparty und der Beteiligung am Jugendfestival "Mittendrin" als Highlights möchte der Jugendclub Friedberg auch im Jahr 2000 etwas dagegen tun, dass das Beste an Friedberg der Bus nach Augsburg ist.

(Text: Anne Böhm)